Schlechte Bewertungen im Arbeitzeugnis – was kann ich tun?

 

Was ist ein Arbeitszeugnis?

 

Ein Arbeitszeugnis ist ein Dokument, welches der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer ausstellt. Darin wird zum einen die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers beurteilt, zum anderen handelt es sich dabei um einen Nachweis, dass ein Beschäftigungsverhältnis vorgelegen hat. Dabei gibt es bestimmte Vorgaben, die der Arbeitgeber bei der Erteilung des Arbeitszeugnisses einhalten muss. Das Arbeitszeugnis muss nämlich wohlwollend und wahrheitsgemäß die Leistung des Arbeitnehmers darstellen. Es darf zudem keine Fehler enthalten.

 

Unterscheidung: einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis und Zwischenzeugnis

 

Man kann bei Arbeitszeugnissen zwischen drei Varianten unterscheiden:

 

  • 1. Einfaches Arbeitszeugnis. Dies kommt einem einfachen Tätigkeitsnachweis gleich.
  • 2. Qualifiziertes Arbeitszeugnis. Bei diesem bewertet der Arbeitgeber darüber hinaus auch die Leistung des Arbeitgebers und dessen soziale Kompetenz innerhalb des Beschäftigungsverhältnisses.
  • 3. Zwischenzeugnis. Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses kann nur ein Zwischenzeugnis verlangt werden – und auch nur dann, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Ein solcher ist zum Beispiel gegeben, wenn der Vorgesetzte wechselt oder man innerhalb des Unternehmens an einen neuen Arbeitsplatz versetzt wird.

 

Was muss mein Arbeitszeugnis enthalten

 

Das Arbeitszeugnis muss bestimmte Angaben enthalten. Dazu zählen neben dem Datum der Ausstellung des Zeugnisses, Angaben zum Arbeitgeber und zum Arbeitnehmer insbesondere die Dauer des Arbeitsverhältnisses und eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeit. Zudem müssen die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber bewertet werden. Das Zeugnis muss zudem vollständig sein, d.h. es darf auf eine (ggf. schlechte) Bewertung nicht verzichten.

 

Woher weiß ich, dass es schlechte Bewertungen enthält

 

Anders als in der Schule gibt es im Arbeitszeugnis keine sofort erkennbare Notenskala von 1-6. Auch wenn solche offenkundigen Noten nicht vergeben werden, enthält das Arbeitszeugnis eine Bewertung, die sich an das bekannte Notensystem anlehnt. Dabei gilt folgender Schlüssel:

 

Formulierung im Arbeitszeugnis

Eigentliche Aussage

„stets zu unserer vollsten/höchsten Zufriedenheit“

sehr gut

„stets zur vollen Zufriedenheit“

gut

„stets zur Zufriedenheit“ / „volle Zufriedenheit“

befriedigend

„zur Zufriedenheit“

ausreichend

„stets bemüht“ / „in der Regel zur Zufriedenheit“

mangelhaft bis ungenügend

 

Was kann ich tun?

 

Weist das Arbeitszeugnis inhaltliche oder formale Mängel auf, so kannst du entweder selbst den Kontakt zum Arbeitgeber suchen und um eine Anpassung des Zeugnisses bitten. Alternativ kannst du hiermit unmittelbar einen Anwalt beauftragen. Dies führt nicht selten schneller und effizienter zu einem positiven Ergebnis. Erst wenn eine Anpassung des Zeugnisses auf außergerichtlichem Wege nicht möglich ist, solltest du den Gang vor das Arbeitsgericht in Erwägung ziehen, da dies mit weiteren Kosten und einem Prozessrisiko verbunden ist.

 

Was kostet die Überprüfung

 

Die Erstüberprüfung deines Arbeitszeugnisses auf mögliche Fehlerquellen durch DeinArbeitszeugnis ist komplett kostenlos. Beauftragst du unsere Anwälte mit der Wahrnehmung deiner Interessen gegenüber deinem ehemaligen Arbeitgeber, so erfolgt dies auf Grundlage einer transparenten Pauschalvergütung.

 

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Warum so viele Zeugnisse in der täglichen Arbeit fehlerhaft sind

Eigentlich sollte man meinen, dass es im Zeitalter der Digitalisierung keine fehlerhaften Zeugnisse mehr gibt, da Software die vermeintlich fehlerfreie Erstellung von Arbeitszeugnissen ermöglicht.

Das stimmt zum Teil, ist zum Teil aber auch grundlegend falsch. Ja, es gibt Software, die Zeugnisse erstellen kann. Und diese „von Softwarehand“ erstellten Zeugnisse sind in den meisten Fällen tatsächlich „richtiger“ als „von Menschenhand“ erstellte Zeugnisse.

Allerdings kann man auch mittels einer Software ein Arbeitszeugnis erstellen, welches unterdurchschnittlich ist. Ein unterdurchschnittliches Zeugnis ist per se zwar nicht unzulässig. Jedoch muss die Bewertung wohlwollend und wahrheitsgemäß sein. Der Arbeitgeber muss eine unterdurchschnittliche Leistung des Arbeitnehmers beweisen. Kann er dies nicht, muss das Arbeitszeugnis korrigiert werden – auch wenn es von teurer Software erstellt wurde und vermeintlich richtig sein müsste.

 

Nicht jedes Unternehmen hat Zugriff auf eine Arbeitszeugnis-Software!

In der Regel sind es nur große und sehr große Unternehmen, die eine Vielzahl von Arbeitszeugnissen im regelmäßigen Betrieb ausstellen müssen und sich deswegen von einer (teuren) Arbeitszeugnissoftware unterstützen lassen. Viele kleine und mittelgroße Unternehmen erstellen die Zeugnisse aus Kostengründen „von Hand“ und haben allein deswegen schon eine wesentlich höhere Fehleranfälligkeit bei der Erstellung von Zeugnissen.

 

Die Zeit spielt gegen den Arbeitnehmer

Wenn ein Zeugnis erstellt wird, dann ist die Arbeit durch den Arbeitnehmer schon getan. Mit anderen Worten: Der Arbeitgeber hat kaum noch eine Motivation, den Arbeitnehmer durch ein gutes Zeugnis zu besserer Arbeit zu animieren. In vielen Fällen, vor allem dann, wenn der Arbeitgeber mit der Leistung des Arbeitnehmers zufrieden war, wird er selbstverständlich ein positives Zeugnis erstellen, um dem Arbeitnehmer eine bestmögliche Zukunft zu ermöglichen.

Vielfach ist aber gerade der Faktor Zeit bei kleinen Arbeitgebern der Grund, weswegen Zeugnisse schnell und fehlerbehaftet erstellt werden müssen. Der Chef muss sich anderen, wichtigeren Dingen zuwenden, als einen Arbeitnehmer, der das Unternehmen ohnehin in Kürze verlässt oder bereits verlassen hat, mit Lorbeeren zu behängen.

Auch fehlt häufig die Erfahrung um zu wissen, auf was es bei der Erstellung von Zeugnissen ankommt und wann ein Zeugnis fehlerhaft und mittels rechtlicher Hilfe angreifbar ist und wann nicht. Als Faustregel kann man hier anführen:

Je unerfahrener der Arbeitgeber, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Zeugnis fehlerhaft ist und geändert werden muss. Und das ist nicht nur richtig, sondern auch wichtig. Denn für den Arbeitnehmer hängt von einem ordnungsgemäßen, richtigen Zeugnis viel ab.

Der Teufel steckt – wie so häufig – im Detail. Wenn Sie eine exakte Prüfung der Formulierungen Ihres Zeugnisses durch einen erfahrenen Rechtsanwalt wünschen, dann senden Sie uns kostenlos Ihr Arbeitszeugnis zu.

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